Dehnungsstreifen, der Schrecken jeder Frau

Von Luise Meyer |

Dehnungsstreifen werden oft auch als Schwangerschaftsstreifen, Geweberisse oder Striae bezeichnet. Niemand mag sie, aber viele haben sie. Fast 90 % aller Schwangeren bekommen sie. Aber auch Männer und Junge sind nicht davor gefeit. Es gibt kein Wundermittel, das diese dauerhaften Beschädigungen der Haut heilt, aber man kann sie mildern. Was tun gegen Dehnungsstreifen? Um den Feind zu bekämpfen, muss man ihn kennen.

Was sind diese lästigen Streifen am Körper?

Dehnungsstreifen sind Risse und Narben in der Unterhaut, die aufgrund von zu starker Dehnung, zu hoher Belastung und mangelnder Elastizität der Haut entstehen. Sie sind zuerst rot und werden später weiß, aber sie hören nie auf zu stören. Man findet sie an Oberschenkel, Bauch, Busen, Hüften, Gesäß und Oberarmen von Frauen und Männern (Abbildung 1). Hat man sie einmal, kann man sie nicht wieder loswerden, aber man kann ihre Erscheinung ein bisschen verblassen lassen.

Was bringt Dehnungsstreifen in unser Leben?

Die Entstehung liegt bei den Kollagen-Fasern in unserem Bindegewebe, die unserer Haut ihre Elastizität verleihen. Diese Fasern werden von den Fibroblasten im Bindegewebe der Lederhaut produziert. Hormonelle Schwankungen können jedoch diese Protein-Produktion stören, was zu Rissen in der Unterhaut, nämlich den Dehnungsstreifen, führt (Abbildung 2). Ferner erzeugt jegliche Art von Überbelastung des Bindegewebes Risse in der Haut.

Wie entstehen Dehnungsstreifen? Sehr häufig entstehen Dehnungsstreifen am Ende einer Schwangerschaft, wenn die Haut des Bauches überdehnt wird, dann nennt man sie oft Schwangerschaftsstreifen. Auch Hormone können Dehnungsstreifen verursachen, weshalb junge Menschen während der Pubertät oder reife Frauen in den Wechseljahren von Dehnungsstreifen gequält werden. Ferner können Sportarten, die starken Muskelaufbau fördern, wie zum Beispiel Bodybuilding, Dehnungsstreifen verursachen. Diese Hautveränderungen sind fies, denn nicht nur übermäßiger Sport, sondern auch starkes Übergewicht erzeugt sie. Und es kommt noch fieser, während all die bisher aufgezählten Verursacher vermieden werden können, gibt es kein Entkommen von unseren Genen. Auch sie haben einen großen Einfluss darauf, ob wir in unserem Leben von Dehnungsstreifen geplagt werden oder nicht.

Was hilft gegen Dehnungsstreifen?

Was tun gegen Dehnungsstreifen? Es gibt ein Lichtblick am Ende des Horizontes. Auch wenn Dehnungsstreifen nicht geheilt werden können, ihre Erscheinung kann vermindert werden. Aber ein Wunder geschieht nicht über Nacht. Wenn man mit natürlichen Hausmitteln arbeitet, braucht man Geduld und Ausdauer. Eine Alternative sind professionelle Behandlungen beim Arzt, doch die sind teuer.

Welche Hausmittel helfen uns gegen Dehnungsstreifen?Es gibt unzählige Massagen, die präventiv helfen oder zum Verblassen bestehender Dehnungsstreifen führen:

  • Ölmassagen sind sehr effektiv. Dabei ist es am besten, wenn man das Öl leicht warm macht und direkt nach dem Duschen massiert. Am wirkungsvollsten ist es, Öle mit hohem VitaminE-Gehalt zu benutzen, zum Beispiel Olivenöl, Haselnussöl, Weizenkeimöl und Sojaöl. Vitamin E fördert die Durchblutung und Straffung der Haut. In der Schwangerschaft ist die sogenannte Zupf-Massage empfohlen: man trägt ein gutes Mandel- oder Sesamöl auf den Bauch auf und zupft dann die mit Zeigefinger und Daumen nach oben und lässt sie wieder los. Dies sollte von der Bauchaußenseite Richtung Bauchnabel und täglich gemacht werden.
  • Man kann jedoch auch auf spezielle Cremes, Salben und Gels zurückgreifen. Diese enthalten viele der gesunden Öle.
  • Kakaobutter eignet sich auch sehr gut zur Massage. Sie lässt sich auch gut mit Ölen vermischen.
  • Massagen mit Kartoffelsaft werden dank der enthaltenen Kieselsäure, die das Bindegewebe strafft, empfohlen.
  • Aloe Vera ist generell ein Wundermittel. Damit werden auch den Dehnungsstreifen den Garaus gemacht.
  • Orangen-, Zitronen- und Gurkenscheiben eigenen sich auch für Massagen. Man sollte den Saft gut in die Haut einziehen lassen.
  • Die Aminosäuren im Eiweiß sind besonders gut gegen Dehnungsstreifen, was Massagen mit frischem Eiweiß empfehlenswert macht.
  • Vitamin K heilt Narben und kann als Vitamin K Serum gekauft werden.
  • Obstessig kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Man kann es einmassieren oder einen Teelöffel Bio-Apfelessig mit einem Glas lauwarmen Wasser mischen und morgens auf leeren Magen trinken.

Alle Arten von Massagen fördern die Durchblutung, den natürlichen Feind der Dehnungsstreifen. Wer jedoch nichts mit Massagen anfangen kann, für den gibt es auch natürliche Alternativen. Regelmäßiger Sport, z.B. Ausdauersport, Spazieren, Schwimmen oder gezielter Muskelaufbau, ist immer gesund und hilft gegen Dehnungsstreifen.

Am besten ist es, wenn man den Sport mit der passenden, gesunden Ernährung kombiniert. Gegen Dehnungsstreifen hilft vor allem eine basische Ernährung. Das heißt, man sollte den Verzehr von tierischen Produkten minimieren. Man sollte also Fleisch, Fisch und Milchprodukte nur in Maßen genießen.

Ferner sind Wechselduschen, mit abwechselnd kaltem und warmen Wasser, oder Peelings mit Zucker gemischt mit Öl oder Zitronensaft sehr zu empfehlen.

Nun, es gibt auch Hilfe für diejenigen, für die Geduld und Ausdauer Fremdwörter sind. Man kann einen Arzt, der auf kosmetische/ästhetische Behandlungen spezialisiert ist, aufsuchen.

Verschiedene Behandlungen zielen darauf ab, der Haut kleine Verletzungen zuzufügen. Dadurch werden neue, gesunde Zellen gebildet. In diese Kategorie gehören die Laserstrahlen Therapie oder der Derma Roller/Dermabrasion, sowie das Micro-Needling. Wer sich vor den Schmerzen solcher Therapien fürchtet, kann die Ultraschallbehandlung wählen. Die erzeugten Schwingungen verursachen Zwischenräume im Gewebe, was zur erleichterter Aufnahme von Wirkstoffen führt und die Durchblutung verbessert. Generell haben diese Therapien jedoch einen gemeinsamen Nachteil: Sie kosten viel und die meisten Krankenversicherer übernehmen diese Kosten nicht.