Kopfschmerzen nach dem Sport: Was kann man tun?

Von Franziska Eich |

Da hat man einen wunderbaren, gesunden morgendlichen Lauf hinter sich und mit was wird man belohnt? Mit Kopfschmerzen nach dem Sport! Das passiert vielen Menschen, vor allem Ausdauersportlern. Aber warum? Die Internationale Headache Society (IHS) nennt das Phänomen „Anstrengungskopfschmerz". Die Schmerzen sind im Prinzip das Resultat einer Überanstrengung des Körpers. Hier weisen wir auf die Ursachen hin und zeigen, wie man den Anstrengungskopfschmerzen vorbeugen kann.

Was sind die Symptome von Kopfschmerzen nach dem Sport?

Es gibt viele Arten von Kopfschmerzen. Man unterscheidet zwischen primären Kopfschmerzen, die eine eigene Erkrankung sind, wie zum Beispiel die Migräne, und sekundären Kopfschmerzen, die als Begleitsymptom auftreten. Die Kopfschmerzen nach dem Joggen sind ziemlich charakteristisch und können so identifiziert werden.

  • Die Schmerzen werden als pulsierend beschrieben.

  • Sie kommen meist auf beiden Seiten vor.

  • Sie beginnen entweder während oder kurz nach einer körperlichen Anstrengung.

  • Die Dauer kann stark variieren. Manchmal dauern die Schmerzen nur 5 Minuten, aber sie können auch bis zu 48 Stunden anhalten.

  • Sie kommen bei Menschen vor, die sonst gesund sind.

Was sind die Ursachen für Überanstrengungskopfschmerzen?

Kopfschmerzen nach dem Sport sind relativ gut definiert in ihren Symptomen. Es ist aber nicht ganz klar, wie es biologisch zu den Kopfschmerzen kommt. Trotzdem sind aber die Ursachen relativ klar:

  • Meistens entstehen die Schmerzen durch einen Flüssigkeitsverlust während des Trainings, da viele Sportler während des Laufens vergessen zu trinken.

  • Trainingseinheiten in ungewohnter Höhe führen auch relativ häufig zu Kopfschmerzen.

  • Wenn bei großer Hitze Sport getrieben wird, dann ist der Flüssigkeitsverlust noch größer als sonst. Zusätzlich riskiert man einen Sonnenstich.

  • Hohe Ozonwerte können ebenfalls Kopfschmerzen auslösen.

  • Muskuläre Verspannungen während des Laufens können zu Spannungskopfschmerzen führen.

  • Auch anlagebedingte Migräne kann zu Anstrengungskopfschmerzen führen.

  • Sportler, die am morgen nüchtern laufen, haben ein erhöhtes Risiko für Anstrengungskopfschmerzen. Denn Hunger kann Kopfschmerzen auslösen.

  • Es kann zu einem Mineralstoffmangel kommen. Vor allem Magnesium kann knapp werden, was zu Kopfschmerzen führt.

  • Die falsche Sportbekleidung kann entweder zu erhöhtem Schwitzen und Flüssigkeitsverlust führen oder zu starker Unterkühlung. Beides kann zu Kopfschmerzen führen.

  • Eine Überanstrengung der Muskeln führt zur Produktion von Laktat (Milchsäure). Laktat verursacht nicht nur den Muskelkater nach dem Training, sondern kann auch Kopfschmerzen verursachen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Meistens kann man Anstrengungskopfschmerzen sehr gut selber therapieren. Man sollte sich jedoch sicher sein, dass es sich wirklich um Anstrengungskopfschmerzen handelt. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Mit den folgenden Fragen, kann man versuchen abzuschätzen, ob es sich um harmlose Anstrengungskopfschmerzen handelt oder nicht:

  • Wie häufig kommen die Kopfschmerzen vor?

  • Reagieren die Kopfschmerzen auf Selbstbehandlung positiv oder bleiben sie unverändert stark über mehrere Tage hinweg?

  • Sind die Kopfschmerzen besonders intensiv und langanhaltend nach einer hohen Belastung?

  • Kommen Begleitsymptome wie Erbrechen und Übelkeit vor?

Wie kann man Anstrengungskopfschmerzen therapieren?

In harmlosen Fällen kann man sich mit Selbsthilfe versuchen, Linderung zu verschaffen. Hilft das nicht und bleiben die Kopfschmerzen bestehen, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Selbsthilfe:

  • Man sollte die auslösende Aktivität abbrechen, sobald die Schmerzen auftreten. Somit kann man verhindern, dass die Schmerzen schlimmer werden.

  • Bei hohen Temperaturen sollte das Training vermieden werden. Im Sommer sollte man zum Beispiel entweder morgens früh oder abends trainieren und nicht am Nachmittag.

  • Vor, während und nach dem Sport sollte reichlich getrunken werden. Es empfiehlt sich, entweder lauwarmes Wasser, Tee oder eine Gemüsebrühe zu trinken. Die Brühe hat den Vorteil, dass sie auch die verlorenen Mineralstoffe ersetzen kann. Generell ist es hilfreich, genügend, aber auch langsam, zu trinken.

  • Leichte Massagen des Kopfes können sehr entspannend und schmerzlindernd wirken.

Beim Arzt:

  • Der Arzt kann ein CT oder einen Kernspin anordnen, um mögliche Ursachen für die Kopfschmerzen abzuklären. Tumore oder Blutungen können bei diesen Untersuchungen identifiziert werden.

  • Der Arzt kann Schmerzmittel verordnen. Es empfiehlt sich Aspirin (Acetylsalicylsäure), Paracetamol oder Ibuprofen zu nehmen.

  • Wenn Schmerzmittel bei Kopfschmerzen jedoch zu häufig eingenommen werden, können sie selbst zu Kopfschmerzen führen. Deshalb wird oft abgeraten, Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen einzusetzen. Alternativ werden verschiedene Antidepressiva verschrieben.

Was kann man vorbeugend gegen Anstrengungskopfschmerzen tun?

  • Man sollte vor dem Sport viel trinken. Am besten trinkt man kleinere Portionen über die Zeit verteilt.
  • Sport unter guten Bedingungen und im unteren Pulsbereich ist normalerweise vorbeugend gegen Kopfschmerzen.

  • Ruhe ist gut für den Körper und beugt auch Kopfschmerzen vor.

  • Viel Schlaf ist allgemein gesund und schützt auch vor Anstrengungskopfschmerzen.

Fazit

Viele Menschen sind von Anstrengungskopfschmerzen betroffen. Sie sind normalerweise harmlos und können gut verhindert oder bekämpft werden. Generell gilt, dass man den Körper nicht überanstrengen sollte und immer genügend Flüssigkeit zu sich nehmen sollte. Auch sollte verhindert werden, bei extremen Temperaturen (kalt oder warm) Ausdauersport zu treiben. Wenn die Anstrengungskopfschmerzen erst mal da sind, sollte man sich Ruhe und Erholung gönnen und viel trinken. Hilft alles nichts, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Mit Schmerzmitteln sollte man sparsam umgehen, denn sie können sogar selber Kopfschmerzen verursachen.