Wassereinlagerungen Bauch – Welche Erkrankungen stecken dahinter?

Von Monika Roth |

Eine Zunahme des Bauchumfangs kann viele verschiedene Gründe haben. Häufig liegt dies an einer Gewichtszunahme; zum Beispiel durch ungesunde Ernährung oder zu wenig Bewegung. Auch Verdauungsstörungen können zu einem voluminöseren Bauch führen. In seltenen Fällen kann sich jedoch Wasser in dem Bauch ansammeln, das diese Symptome ebenfalls hervorruft. Hinter diesem Phänomen können sich schwerwiegende Erkrankungen verbergen und Sie sollten schnell handeln, um Gesundheitsrisiken abzuwägen.

Aszites – Ursachen und mögliche Erkrankungen

Wasser in dem Bauch wird im medizinischen Fachjargon Aszites genannt. Es handelt sich hierbei um eine vergleichsweise seltene Art von Schwellung (Ödem). Diese wird durch Wassereinlagerungen in der freien Bauchhöhle hervorgerufen, was besonders gefährlich ist, da sich das Wasser auch zwischen wichtigen Bauchorganen wie Magen und Leber befindet.

Symptome

Es gibt zahlreiche Symptome, die auf einen möglichen Aszites hinweisen.

  • Wie bereits erwähnt, ist der Bauchumfang ein wichtiges Indiz. Spannt der Bauch ungewöhnlich, so kann dies ein Zeichen von Aszites sein. Es gibt jedoch viele Gründe,warum sich der Bauchumfang erhöhen kann. Deshalb sollten Sie diesen, idealerweise während einer Diät, sorgfältig überwachen.
  • Übelkeit und Verstopfungen sind ebenfalls frühe Symptome von Aszites, die somit besonders in Kombination mit einem spannenden Bauch ernst genommen werden sollten.
  • Schreitet der Aszites weiter fort, kann dies auch zu einem Nabelbruch führen. Außerdem kann Atemnot auftreten, wenn das Zwerchfell durch die Wasseransammlungen nach oben gedrückt wird und somit die Funktion der Lunge beeinträchtigt wird.
  • Eine Gewichtszunahme ist ebenfalls zu erwarten und durch Komplikationen mit den Bauchorganen können zudem weitere Beschwerden sowie Erbrechen, Völlegefühle, etc. hinzukommen.

Mögliche Erkrankungen

Es können eine Vielzahl ernstzunehmender Krankheiten im Zusammenhang mit Aszites stehen. Eine der häufigsten Ursachen sind, besonders in wohlhabenden Ländern, Lebererkrankungen. Zu diesen gehört zum Beispiel Leberzirrhose. In ärmeren Ländern, in denen Leute unter Hunger leiden, kann auch Mangelernährung eine Erklärung für Aszites sein. Besonders ein Eiweißdefizit kann zu einer Ansammlung von Wasser in der freien Bauchhöhle führen. Außerdem kann auch eine Insuffizienz des rechten Herzens, durch einen Blutstau in der Leber, ein Grund für die Erkrankung sein. Zuletzt ist es noch möglich, dass diverse Nierenerkrankungen die Ursache für einen Aszites sind.

Die wohl häufigste Aszites Ursache: Leberzirrhose

Wie bereits erwähnt, sind Lebererkrankungen oft Hintergründe für Aszites. Genauer genommen ist die häufigste Ursache eine Leberzirrhose. Laut Statistik sind ca. 80% aller Aszites-Fälle auf Lebererkrankungen, speziell Leberzirrhose, zurückzuführen. In Deutschland betrifft diese Erkrankung etwa eine Million Menschen. Bei einer Leberzirrhose zieht sich die Leber zusammen und wird zunehmend kleiner. Dies kann zu gefährlichen Symptomen und Komplikationen führen.

Alkoholkonsum als häufigste Ursache

Es gibt zahlreiche Gründe für Leberzirrhose. Die meisten lassen sich jedoch auf Medikamente, giftige Substanzen und andere Krankheiten zurückführen. Die wohl häufigste Ursache ist hoher Alkoholkonsum. Dieser kann nämlich zu einer Fettleber führen, in der betroffene Zellen absterben und zur Leberzirrhose beitragen. Auch Infektionen sind, durch Entzündung der Leberzellen, eine häufige Ursache. Hepatitis-Infektionen können zum Beispiel in über 50% aller Fälle als ein Grund für Leberzirrhose identifiziert werden. Zusätzlich gibt es noch zahlreiche, seltenere Ursachen wie zum Beispiel giftige Substanzen, medikamentöse Nebenwirkungen und Erkrankungen des Immunsystems.

An Hautmerkmalen erkennt man Leberzirrhose

Leberzirrhose weist viele Symptome auf, an denen die Erkrankung erkannt werden kann. Im frühen Stadium fühlt sich die betroffene Person oft schlapp und hat mit Konzentrationsschwächen zu kämpfen. Außerdem kann es regelmäßig zu Übelkeit sowie einem progressiven Gewichtsverlust kommen. Verläuft die Krankheit weiter, sind oft ausschlaggebende und gut sichtbare Hautmerkmale zu erkennen. Die Haut wird sehr dünn und kann sich leicht gelb färben. Dies wird Gelbsucht genannt. Rötungen an den Handflächen und Fußsohlen sowie weiß verfärbte Nägel lassen sich ebenfalls oft erkennen. Zusätzlich können auch Potenzstörungen, eine Hodenatrophie (bei Männern) und Menstruationsstörungen (bei Frauen) auftreten. Ansammlungen von Wasser in dem Bauch ist eines der Hauptsymptome und somit ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche Leberzirrhose.

So beugt man Leberzirrhose vor

Da die meisten Auslöser für Leberzirrhose vermeidbar sind, kann man der Erkrankung relativ effektiv vorbeugen.

Erstens sollte man Alkohol nur gelegentlich und in Maßen konsumieren. Noch besser ist ganz darauf zu verzichten, besonders wenn in Ihrer Krankengeschichte Leberprobleme aufgetreten sind. Zweitens sollte man sich gegen Infektionskrankheiten wie Hepatitis B impfen lassen, die, wie bereits erwähnt, auch zu einer Leberzirrhose führen können. Drittens ist es ratsam, den Konsum leberschädigender Medikamente zu vermeiden. Auch der Kontakt mit anderen giftigen Substanzen sollte so weit wie möglich verhindert werden. Die Leber filtert nämlich Giftstoffe wie Alkohol aus Ihrem Körper und sollte dabei keinesfalls überlastet werden.

Wird Leberzirrhose dennoch diagnostiziert, muss diese zunächst genauer untersucht werden. Je nach Schweregrad wird dann eine Behandlung vorgeschlagen. Oft kann die Erkrankung medikamentös behandelt werden. In seltenen Fällen kann jedoch auch eine Lebertransplantation notwendig sein. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei den entsprechenden Anzeichen, sofort zum Arzt zu gehen. Die Leberschädigungen sind nämlich unumkehrbar und unbehandelt kann Leberzirrhose bis zum Leberversagen führen, das tödlich ist.

Wassereinlagerung Bauch - worauf Sie achten müssen

Grundsätzlich gilt also, wenn Sie Wasseransammlungen im Bauch (Aszites) vermuten, sollten Sie definitiv schnell handeln, da dies oft nur eine Begleiterscheinung von weitaus schwereren Grunderkrankungen ist. Es ist am besten, immer direkt zum Arzt zu gehen und mit diesem Ihren Verdacht zu erläutern. Werden Erkrankungen frühzeitig erkannt, können diese dann gezielt therapiert werden. Durch einen gesunden Lebensstil und den oben genannten Tipps können Sie zudem Lebererkrankungen (z.B. Leberzirrhose), eine der Hauptursachen für Aszites, effektiv vorbeugen